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   André Hofer
                  8. September 2016

Instagram Stories vs. Snapchat für Unternehmen

 

Photo Credit: Mashable

 

Wir erinnern uns: Noch vor kurzem hielten wir Snapchat für die womöglich größte Errungenschaft seit der Erfindung des Buchdrucks. Snapchat für Unternehmen – ein Riesending. Dieser Hype dürfte sich jetzt zumindest teilweise verlagern. Willkommen, Instagram Stories.

“Snapchat deserves all the credit”, so äußerte sich Instagram-CEO Kevin Systrom zu den Vorwürfen, Instagram Stories sei eine dreiste Kopie des Konkurrenzangebots. Und tatsächlich, beide Funktionen unterscheiden sich nur peripher, verfolgen das gleiche Prinzip: Der geringen Aufmerksamkeitsspanne junger Nutzer Sorge zu tragen, indem man ihnen innerhalb kürzester Zeit möglichst viel Inhalt bietet. Wir wissen bereits, dass ebendieser Faktor nicht nur bei privaten Nutzern, sondern auch bei Unternehmen auf offene Ohren stößt, die Snapchat mit steigender Tendenz als Kanal für beispielsweise Influencer-Marketing-Kampagnen nutzen. Nach guter alter Never-change-a-winning-horse-Manier dürfte ein Großteil der social-media-affinen Brands dem Netzwerk mit dem Geist-Icon treu bleiben. Und doch gibt es den ein oder anderen Grund, das Konkurrenz-Angebot Instagram Stories einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

 

Instagram Stories: Höhere Reichweite und markenfreundlich

Schon jetzt, wenige Wochen nach dem Release des Instagram-Features, nutzen viele Unternehmen die neue Funktion. Das liegt zum einen daran, dass Instagram per se gerne mit Brands zusammenarbeitet und zum anderen, dass das Foto-Netzwerk über eine ungemein hohe Reichweite verfügt. Innerhalb von gerade einmal 24 Stunden konnte Nike knapp 800.000 Views über ihre Instagram-Story generieren. Bislang lag der persönliche Rekord des Sportartikelherstellers bei rund 66.000 Ansichten – auf Snapchat. Im Unterschied zu Snapchat macht es Instagram den Usern leicht, die Inhalte von Marken zu liken und den entsprechenden Accounts zu folgen. Denn anders als Instagram verzichtet Snapchat auf einen Like-Button. Außerdem ist es dort schwieriger, Brands zu folgen, da der Nutzer den exakten Account-Namen kennen und eintippen muss, um einen Kanal finden und schließlich abonnieren zu können. Ein Hinweis darauf, dass Snapchat noch immer insbesondere eine Plattform zur Kommunikation mit Freunden darstellt.

Ein weiteres Plus für Instagram Stories liegt auf der Hand: Erst kürzlich hat das Unternehmen neue Zahlen veröffentlicht. Mit ungefähr 300 Millionen täglichen Nutzen kann Instagram eine doppelt so hohe Reichweite verbuchen wie der Konkurrent Snapchat. Dieser muss sich mit rund 150.000 daily Users allerdings auch nicht vor der Öffentlichkeit verstecken. Kein Kriterium also, das Snapchat für Unternehmen in Zukunft irrelevant macht.

Nicht einmal Snapchats großes Steckenpferd, der Takeover, wahrt dem Netzwerk seine Einzigartigkeit: Account-Übernahmen, wie exomatch sie in der Vergangenheit mit Yvonne Pferrer und der Saftmanufaktur Kale&Me sowie mit Novalanalove und dem Möbelanbieter Westwing durchgeführt hat, sind nun ebenso bequem mit Instagram Stories umzusetzen. Der Vorteil: Der Influencer, der in der Regel ohnehin einen Instagram-Account besitzt, muss nicht ständig das Netzwerk wechseln.

 

 

Snapchat für Unternehmen: War’s das jetzt?

Jein. In mindestens einem Punkt unterscheiden sich die beiden Communities nämlich voneinander: Das Facebook-Unternehmen Instagram nennt mit den 25-34-Jährigen eine etwas ältere Zielgruppe ihr Eigen als Snapchat, deren Zielgruppe zu fast der Hälfte aus 18-24-Jährigen besteht – viele weitere Nutzer sind sogar wesentlich jünger. Ganz so leicht wird sich der Foto-Instant-Messanging-Dienst sicherlich nicht vom Markt verdrängen lassen. Was es jetzt jedoch braucht, ist eine Welle neuer Features und Funktionen, die Snapchat für Unternehmen und deren Influencer-Marketing-Kampagngen wieder interessanter machen. Und zwar so lange, bis diese Funktionen schlussendlich erneut von Instagram kopiert werden.

 

 

Über den Autor: André Hofer beschäftigt sich seit fast zehn Jahren mit Popkultur. Eine Googlesuche genügt, um zu wissen: Seine Zeit wird erst dann gekommen sein, wenn der gleichnamige österreichische Fußballprofi endlich in Rente geht. Als Redakteur und Konzepter arbeitet André zurzeit unter anderem für den ProSiebenSat.1-Tochtersender AMPYA.

 

 

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